Sport

34. Vienna City Marathon – 2017

Vienna City Marathon

Und plötzlich merke ich wie sich ein Krampf in meinem Oberschenkel aufzieht. Panisch versuche ich mich aufzurichten aber es geht nicht – ich kann meinen Körper nicht bewegen. Wimmernd, schmerzerfüllt und den Tränen nahe, lasse ich die ganze Prozedur über mich ergehen und hoffe, dass sie bald vorbei ist. Nach ein paar Minuten des Leidens und dem ein oder anderen ausstoßen eines peinlichen Keuchens versuche ich dennoch Haltung zu bewahren und aufzustehen. So gut es geht natürlich. Im Schneckentempo und mit einem Gang als ob ich die Hosen voll habe, schlendere ich zu meinem Handy und frage T wie es ihm so geht. Die Antwort kam prompt: Wie ein Häufchen Elend.

Der Morgen nach einem Marathon ist schlimm. Sehr schlimm. Man ist nicht nur körperlich am Ende, nein, es fehlt einem auch an jeglicher geistigen Fitness. Das einzige was einen da durch den Tag bringt, ist ein Gedanke: Alter, du bist einen ganzen Marathon gelaufen.

Schon am Start wurde uns bewusst warum der Vienna City Marathon auch den Namen Theater der Emotionen trägt. Die Stimmung war schon zu diesem Zeitpunkt am überkochen. Neben den Wolkenkratzern der UNO-City und in Blick Richtung Reichsbrücke wurde uns und den anderen über 40.000 Läufern, durch motivierende Musik, schon ordentlich der Puls hochgetrieben, sodass wir es gar nicht abwarten konnten loszulaufen. Um 09:15 Uhr war es dann endlich soweit. Der Startschuss für unseren ersten Marathon fiel.

Mit voller Motivation starteten wir in die ersten Meter. Das schwierige dabei war, sich nicht von den anderen Läufern mitziehen zu lassen und ein konstantes Tempo zu erreichen. Unser Ziel war es den Marathon unter vier Stunden zu bewältigen. Daher brauchten wir eine durchschnittliche Pace von maximal 05:40 min/km. Das gelang uns auch ziemlich gut und wir rannten ca. 2/3 des Marathons in einem angenehmen und sogar etwas schnelleren Tempo als geplant, und hatten dabei richtig Spaß. Das Wetter war perfekt, die Stimmung war grandios und wir fühlten uns topfit. Kurz gesagt, es ging uns richtig gut. Bis wir dann, 10 km vor Schluss, ein neues Gesicht kennen lernen „durften“ – den sogenannten „Mann mit dem Hammer“. VCM

Der Mann mit dem Hammer

Eigentlich ein etwas lächerlicher Name für so einen hinterhältigen, heimtückischen, verschlagenen Scheißkerl wie er einer ist. Dieser Name steht im Ausdauersport für einen plötzlichen Leistungseinbruch. Und genau dieser Einbruch traf uns auch wie ein Blitz ab Kilometer 34 und machte uns das Leben zur Hölle. Dabei traf es T noch deutlich härter als mich. Bei T schlug der Hammer mit voller Wucht zu. Krämpfe im Minutentakt waren die Folge. Aus diesem Grund musste ich ab Kilometer 35 alleine weiterlaufen. Für mich war es ab dem Zeitpunkt, ab dem ich alleine unterwegs war, sehr schwer. Zum Glück waren nach dem letzten zachen Prater-Allee-Stück wieder mehr Zuseher neben der Strecke, die einen zum Weiterlaufen motivierten und so ins Ziel trugen.

Ich kann es kaum mit Worten beschreiben aber es ist einfach ein unglaubliches Gefühl, wenn du nur noch auf dem Zahnfleisch gehst, dich links und rechts Leute anfeuern und du schon das Ziel sehen kannst. Unbeschreiblich.

So kam es, dass wir unser gestecktes Ziel von unter 4h leider verpassten. Ich kam mit einer Zeit von 04:03:14h und T schleppte sich mit 04:25:20h ins Ziel. Und obwohl wir unsere Zielzeit nicht erreichten, sind wir trotzdem extrem stolz auf unsere Leistungen. Es wäre zwar klasse gewesen, wenn wir auch die Zeit geschafft hätten aber durch ist durch! 😉

(Die Fans wollten unbedingt T´s verschwitztes Shirt haben 😉 )

An dieser Stelle möchten wir noch ein paar besonderen Menschen danken. Fast so viele Meter wie T und ich machten nämlich unsere Freunde und Familie, während sie uns quasi auf der gesamten Strecke anfeuerten. Knapp 10 Kilometer waren sie unterwegs, um uns an verschiedenen Streckenteilen anzufeuern. Vielen Dank dafür! Ohne euch hätten wir es wahrscheinlich nicht geschafft!

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