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2111 Kilometer – Kroatien Road Trip

6. November 2018
Road Trip Kroatien

Schon seit längerem verspüre ich den Drang nicht zuhause zu sein. Den eigenen vier Wänden für eine Zeit lang „lebe wohl“ zu sagen und den Alltag hinter sich zu lassen. Aus diesem Grund beschloss ich auch über den Sommer für einen Monat mein geliebtes Wien zu verlassen, um Urlaub zu machen, neue Dinge zu erleben und alte Freunde wiederzusehen. In dieser Zeit habe ich viel erlebt. Ich war in der Steiermark wandern, verbrachte Zeit in Vorarlberg, machte Oberösterreich unsicher und befand mich auf einem elftägigen Road Trip durch Kroatien – ein mir bis zu diesem Zeitpunkt noch unbekanntes Land.

Noch nie wagte ich es selbst mit einem Auto in den Urlaub zu fahren. Und überhaupt, die längste Strecke, bei der ich am Steuer saß war von Vorarlberg nach München. Doch nach 25 Jahren komme auch ich endlich auf den Geschmack. Auf den Geschmack der Ferne und des Reisens.

Eine Reise sollte eigentlich geplant werden. Man sollte wissen welche Orte man besuchen möchte, wie man zu diesen Orten kommt und wie lange man auf Achse sein wird. Bei einem Road Trip hingegen ist das aber alles ganz anders. Bei dieser Reise wurde zwar die Hinfahrt, der erste Stop und Dubrovnik in die „Planung“ miteinbezogen aber der Rest wurde ganz dem Zufall überlassen.

Kilometer 0 – 820

Mit einer Mischung aus Gelassenheit, Nervosität und Vorfreude ging es von Linz aus Richtung Split, der ersten Station der Reise und der zweitgrößten Stadt Kroatiens – eine 8 Stundenfahrt Richtung Sonne, Strand und gutem Essen.

Eines vorweg, die Autobahnen in Kroatien sind erste Sahne. Nicht ein Schlagloch und richtig gut gekennzeichnet sind sie auch. Das einzige was die Fahrt nervenaufreibend machte, waren die Kroaten selber. Sie sind zwar alles andere als schlechte Autofahrer, doch die Straßenverkehrsregeln werden in diesem Land nicht immer so genau genommen.

Split selbst ist meiner Meinung nach unspektakulär. Eine Hafenstadt, die durch ihre vielen engen Gassen zu einiger Verwirrung meinerseits geführt hat. Trotzdem gab es Dinge, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind. Da ist zum einen der Kašjuni Strand, der nördlich und ein bisschen außerhalb vom Zentrum seine Wellen schlägt. Der Blick aus dem Airbnb, welcher direkt aufs Meer und zu dem Hafen ging. Die südlich liegenden Fischerdorfe, die bei genügend Zeit auf jeden Fall besucht werden sollten. Oder das Charlies Pub/Hostel, welches auf einer engen Partystraße liegt und ein beliebtes Ziel bei Backpackern ist.

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Road Trip Kroatien

Kilometer 820 – 846

Wie schon gesagt, groß geplant wurde dieser Road Trip eigentlich nicht. Die Zimmer wurden meist am Tag zuvor gebucht, der Tagesablauf wurde dem Zufall überlassen und die Routen wurden der Nase nach ausgesucht. So ging es nach drei Tagen Split in das 40 Minuten entfernte Omiš, einer Stadt eingekesselt von den Dalmatien und dem Adriatischen Ozean.

Omiš war nur ein kurzer Stopp, bei dem Freunde besucht wurden, die zufällig zur gleichen Zeit und in der nähe ihr Domiziel aufgeschlagen haben. Somit kann ich nur eines sagen: Die Stadt war ganz ok, das Festl bei den Freunden umso besser. 😉

Kilometer 846 – 1046

Von Omiš aus ging es anschließend 200 Kilometer der Küste Kroatiens und Bosniens entlang. Diese Etappe war etwas ganz Besonderes. Nicht nur wegen der Vorfreude auf das nächste Ziel, sondern auch wegen der Fahrt selbst.

Um von Omiš nach Dubrovnik zu gelangen, gibt es nämlich zwei Möglichkeiten. Die eine, ist einen Teil der Strecke auf der Autobahn zurückzulegen und die andere besteht darin, die ganze Strecke auf der Küstenstraße zu bewältigen – natürlich kam nur die Küstenstraße als Möglichkeit in Frage. Gute Musik, offenes Verdeck (ach ja die Reise wurde in einem Cabrio gemacht), kurze spontane Stopps an Buchten und Meerluft in der Nase. Was gibt es Besseres?

Road Trip Kroatien
Road Trip Kroatien

Die Fahrt nach Dubrovnik hat etwas länger gedauert als geplant. Nach 6 stündiger Verspätung, die an einer auf der Strecke gefundenen Bucht verbracht wurde, wurden die Tore von Dubrovnik durchfahren und die Koffer endlich in der neuen Wohnung ausgeräumt.

Dubrovnik hat meiner Meinung nach etwas, das nur ganz wenige Städte haben. Egal wie viele Touristen auch dort waren und egal wie überlaufen sie teilweise war, Dubrovnik ist einfach etwas Besonderes. Eine Stadt mit Charme, Charisma und haufenweisen Ecken, die in ihrer Art und Zusammensetzung nicht unterschiedlicher sein könnten. Man könnte mit dieser Stadt jahrelang sein Leben teilen und wüsste trotzdem nur einen Hauch von ihr.

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Kilometer 1046 – 1331

Der Abschied von Dubrovnik hätte sich zwar noch ein wenig in die Zukunft verschieben können aber während dem Aufenthalt ist die Entscheidung für ein neues Abenteuer gefallen. Ein Abenteuer, welches wieder in Split begann – dem Anfang aller Dinge sozusagen. Mit der Autofähre ging es nämlich von Split auf die 2 1/2 Stunden entfernte Insel Vis. Eine Insel zum Verlieben.

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Die Insel selbst liegt hinter den beliebten touristischen Inseln Brač und Hvar und ist ein Paradies für Segler, Genießer oder anderen Lukullusse. Obwohl Vis nicht groß ist und es auch eigentlich nur 2 Orte gibt, überzeugt die Insel mit gutem Essen, Gastfreundschaft und vielen geheimen Buchten, die nur darauf warten gefunden zu werden. Eine Insel für Entdecker und mein persönlicher Favorit des Road Trip´s.

Kilometer 1331 – 2111

Der Abschied von Vis war fast doppelt so schwer, wie der von Dubrovnik. Es war nämlich nicht nur die letzte Station von der Reise, sondern auch der Abschied einer Insel, die mich definitiv nicht zum letzten Mal gesehen hat. Die Fähre von Vis nach Split legte um 05:00 Uhr am Morgen am Hafen ab. Und ihr wisst was mir das Unliebste auf der Welt ist. Genau! Das frühe Aufstehen und die Heimfahrt nach einem Urlaub.

Nach einem Vierteljahrhundert wird mir endlich bewusst, wie wenig ich eigentlich noch von unserem Planeten und den darauf lebenden Menschen, Kulturen und Sitten kenne. Es gibt noch so vieles, das ich noch nicht gesehen habe. Und bis ich endlich die Welt nicht nur von einer Karte aus kenne, dauert es noch etwas, denn weit bin ich noch nicht gekommen. Aber wer legt schon fest, was weit ist?

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