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113 Tage ohne Alkohol

113 Tage ohne Alkohol

Nüchtern bin ich schüchtern, aber voll da bin ich toll. Nein, zum Glück gilt dieser Spruch für mich nicht (zumindest der erste Teil davon 😀 ), sonst würde ich den Beginn des Jahres 2017 wohl kaum in all zu guter Erinnerung behalten. Wie die meisten von euch wissen, habe ich im Zuge der Marathonvorbereitung komplett auf Alkohol verzichtet. Genauer gesagt also vom 1.1.2017 bis zum Tag des Marathons am 23.4.2017. Anders ausgedrückt sind das 113 Tage, 2712 Stunden, 162720 Minuten oder 9763200 Sekunden. Sucht euch aus, welche Zahl euch davon am besten gefällt.

Gesellschaftsbier und Co.

So oder so es war eine lange Zeit. Und ich denke seit ich Alkohol trinke habe ich noch nie über einen so langen Zeitraum keinen Schluck getrunken. Versteht mich jetzt nicht falsch, ich bin kein Alkoholiker oder so, ich rede hier beim Thema Alkoholkonsum nicht nur von Vollrausch, sondern auch vom restlichen Konsum in kleinen Mengen.

Aber ich denke es weiß ohnehin jeder wie allgegenwärtig Alkohol in unserer Gesellschaft ist. Alkoholkonsum wird bei uns einfach als „normal“ angesehen. Sei es das Glas Sekt beim Brunch, das obligatorische Bier beim Fußballschauen, der Spritzer beim gemütlichen Zusammensitzen in der Sonne oder auch der Schnaps nach einem deftigen Essen. Alkohol ist mehr oder weniger ständiger Begleiter im Alltag. Für mich ist das auch absolut in Ordnung, soll keine Kritik sein. Ist ja auch nicht so als ob ich nicht gerne mal ein Bierchen mit Freunden trinke, und der Schnaps nach dem Essen ist ja quasi Medizin also fast gesund. 😉 

Wieso trinkst du nichts?

Richtig bewusst war es mir allerdings nicht wie oft man, wie erwähnt auch im Alltag, wirklich mit Alkoholkonsum konfrontiert wird. Ihr könnt euch also sicher vorstellen, wie oft man in so einer Phase der Abstinenz „Nein danke für mich nicht“ sagen muss. Ihr könnt euch aber ziemlich sicher nicht vorstellen wie oft man für diesen Satz mit ungläubigen, fragenden Blicken, Kopfschütteln, bohrenden Fragen, und vor allem Unverständnis konfrontiert wird. Es wird in vielen Situation schlicht und ergreifend nicht toleriert und als komisches, teilweise sogar unhöfliches Verhalten gewertet.

Hier muss ich sagen, dass ein wenig Kritik dann doch angebracht ist. Wenn jemand nichts trinken will ist das seine Entscheidung und man sollte sich absolut nicht dafür rechtfertigen, oder sich blöde Sprüche dafür anhören müssen. Ich habe sogar die Erfahrung gemacht, dass man von Kellnern und Barpersonal schief angeguckt oder teilweise sogar aufgezogen wird, wenn man als einziger am Tisch Soda-Zitron bestellt. Dieses ganze „Nicht-Trinker-Bashing“ war oft wirklich nervig und es frustriert einen manchmal, wenn man jede Getränkebestellung doppelt und dreifach rechtfertigen muss.

Allerdings wird es, zumindest von Freunden und Bekannten, nach einer gewissen Zeit akzeptiert. Und man muss die Getränkewahl nicht mehr erklären oder rechtfertigen. Das Interesse am „Nicht-Trinken“ bleibt aber dennoch weiterhin bestehen. Nach einer gewissen Zeit wandeln sich jedoch die Fragen und Schmähungen zunehmend in Respekt, Unterstützung, Durchhalteparolen und generellem Interesse an der Sache. Man ist auf jeden Fall immer im Zentrum der Aufmerksamkeit. Also falls ihr gerne im Rampenlicht steht: hört auf zu saufen! 😀

113 Tage ohne Alkohol

Fazit

Ich muss sagen, dass ich mich rein körperlich nicht gesünder, fitter oder generell besser gefühlt habe als sonst. Natürlich war ich nie verkatert, dementsprechend habe ich sicher einige qualvolle Tage gegen angenehme, gute und fitte Tage getauscht. Was natürlich schon sehr angenehm ist. Aber eine generelle Verbesserung meines Zustands habe ich eher nicht wahrgenommen. Was aber auf jeden Fall für mich sehr wichtig und extrem positiv war und auch so in Erinnerung bleiben wird, ist die Tatsache, dass ich Willensstärke bewiesen habe. Auch wenn es manchmal hart, und die Versuchung allgegenwärtig war, habe ich es beinhart durchgezogen. Und ich denke, darauf kann ich schon ein Stück weit stolz sein.

Da diese Frage auch des Öftern aufgetaucht ist: Ja, ich war auch ohne Alkohol auf Partys und in Clubs und hatte Spaß. Zwar meistens weil ich mich über Betrunkene amüsieren konnte (auf die Details und vor allem Namen verzichte ich an dieser Stelle – ihr wisst Bescheid 😉 ), aber trotzdem habe ich viele gelungene, alkoholfreie Abende und Nächte erlebt. 

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2 Comments

  • Reply
    Schorsch
    21. Juni 2017 at 21:17

    Hey,
    Guter Artikel zu einem wichtigen Thema. Ich kann deine Erlebnisse gut nachvollziehen, da is seit längerer Zeit höchstens zu wichtigen Anlässen Alkohol trinke. Zum einen hängt das mit Training bzw. dem Sport zusammen. Zum anderen gehts mir ohne einfach viel besser. Zudem ist es einfach ein sau gutes Gefühl Sonntagmorgens zum Training zu gehen und dabei völlig zerstörtes Partyvolk auf dem Heimweg zu begegnen. 😉
    Ich bin aber wie du der Meinung, dass jeder da seine eigene Entscheidung treffen muss. Diese sollten aber besonders die eigenen Freunde respektieren! Ich würde das auch jedem Kellner raten, wenn er nicht mit seinem Trinkgeld spiele möchte. 😉
    Sportliche Grüße
    Schorsch

    • Reply
      T
      27. Juni 2017 at 10:39

      Hey Schorsch!
      danke für dein Feedback und großen Respekt dafür, dass du das so konsequent durchziehst!
      Ja die betrunkenen Leute zu beobachten macht wirklich Spaß hahaha 😀
      LG
      T

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